Wir haben Geschichten gesammelt 


Das Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten. Hier findest Du Geschichten von Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind oder deren Leben eng mit Migration verbunden ist. Sie erzählen von ihren Erfahrungen, ihren Perspektiven und ihrem Leben. Denn Zusammenleben kann funktionieren – wenn wir einander zuhören. 

“Ich würde sonst niemals eine Frau umarmen!”

Zwischen Pinselstrichen, dem Philosophischen Gespräch und einem Mittagessen lernten sich die Teilnehmer*innen in Wolfertsschwenden besser kennen und durften erleben, wie sich etwas entspannt, wenn man zusammen in Gedanken, Kreativität oder Gespräche eintaucht.

Bei der Begrüßungsrunde war die Aufgabe, einander so zu begrüßen, wie man das in seiner Heimat tun würde. Als dann eine deutsche Frau einen arabischen Mann fragte, ob sie ihn – ihrer Gewohnheit entsprechend – umarmen dürfe, lachte er und meinte: „Ich würde niemals eine Frau umarmen, wo ich herkomme. Aber wir sind in Deutschland und hier umarmt man Frauen, also umarme ich dich gerne!“

Und vielleicht entsteht genau dort Verbindung: nicht darin, gleich zu sein, sondern einander neugierig, offen und mit einem kleinen Stück Vertrauen zu begegnen.

“Ich habe so viele neue Wörter gelernt. Vielen Dank!”

Es ist ein verregneter Mittwoch in München. Zwölf Frauen treffen sich zum letzten Mal, um die Workshop-Reihe abzuschließen, die bei uns intern den Namen „Maßnahme 4“ trägt.

Doch hinter diesem amtlichen Titel steckt etwas ganz anderes: Frauen, die sich über mehrere Wochen begegnen. Gemeinsam über Lebensfragen philosophieren und dabei ganz nebenbei Deutsch lernen. Freundschaften knüpfen. Zusammen lachen. Sich gegenseitig stärken und motivieren.

Kurz gesagt: ein Ort, an dem Menschen sich weniger allein fühlen. Gestern fand die Workshop-Reihe ihren Abschluss. Und die Teilnehmerinnen waren sich einig: „Wir wollen weitermachen!“

Impressionen

“Wenn wir nichts Gutes tun können, sollten wir wenigstens nichts Schlechtes tun.”

„Auf welche Frage hat dir noch nie jemand eine richtige Antwort geben können?“ Wir hängen diese Fragen an die Wäscheleine. 1000 Fragen an der Leine – eins der Mini-Projekte im ChancenGleich-Projekt: wir fangen philosophische Fragen aus allen Windrichtungen ein.

Welche Zahl kommt vor unendlich? Wie viele Haare hab‘ ich auf dem Kopf? Wo ist mein Papa? Wie viele Leben hat ein Mensch und weiß es vielleicht nicht? Wo war ich bevor ich im Bauch war? Fragen neugierige Kinder. Die Eltern kommen dazu. Warum gehen Männer fremd? Fragt eine Frau mit vier Kindern um sich.

Jemand anders fragt: Wer ist schuld am Krieg? Und wer will eigentlich Krieg? Ein Vater fragt sich: Was müssen wir tun, damit es keinen Krieg mehr gibt?

Er schreibt seine Antwort in der Muttersprache in die Übersetzungsapp: „Wir sollten uns bemühen, die Welt besser und freundlicher zu machen. Jeder von uns kann dazu beitragen. Wenn wir nichts Gutes tun können, sollten wir wenigstens nichts Schlechtes tun. Frieden beginnt mit unseren eigenen Taten.“