Wie finde ich Freunde?

Deutschland ist das Land der Vereine. Fußballverein, Musikverein, Gartenbauverein, … die Liste ist lang. Für jedes nur erdenkliche Hobby gibt es ein Verein. In anderen Kulturen trifft man sich einfach so, oder klingelt unangekündigt beim Nachbarn. In Deutschland hingegen wird der Vereinskultur gefrönt. Diese Struktur ist als Außenstehende*r nicht leicht zu durchschauen, es braucht Menschen, die Geflüchtete an die Hand nehmen und ihnen Türen öffnen.

Ich bin mutiger geworden Deutsch zu sprechen und mit fremden Menschen in Kontakt zu treten.

—Fadia

Die Atmosphäre war immer gemütlich und liebevoll.

—Teilnehmer | München

Am meisten wünsche ich mir Frieden für mein Land.

—Schülerin | Würzburg

Ich kann nicht über den Jemen sprechen, es ist zu traurig. Ich habe meinen Papa seit fünf Jahren nicht mehr gesehen, weil dort der Empfang so schlecht ist und ich nur ein Elternteil nach Deutschland mitnehmen durfte. Ich weiß gar nicht, wie er jetzt aussieht.

—Teilnehmerin | Oberbayern

“ In entspannter und angenehmer Atmosphäre mit euch zu philosophieren, hat mir nicht nur viel Spaß gemacht, sondern ich habe für mich persönlich auch viel Erfahrung gesammelt, was für meine Zukunft sehr hilfreich wird.  Ich möchte mich bei unseren Coaches und MentorInnen herzlich bedanken für die Mühe und Chance, dieses wunderschöne Projekt zu erleben. Letzter Abend in der Gesellschaft von unseren Gästen mit allen leckeren Gerichten und die feierliche Stimmung war ein unvergessliches Erlebnis.“

– Teilnehmer | München

Was feiern wir?

In unterschiedlichen Kulturen werden unterschiedliche Feste gefeiert. Das Interesse an Weihnachten war besonders bei den Jugendlichen groß: Welche Geschenke bekommt man an Weihnachten? Was kann man verschenken? Muss man Weihnachten in Deutschland feiern? Wie lange gibt es das Fest schon? Wo kann ich mehr darüber erfahren?

Traue ich mich zu träumen, wenngleich es unsicher scheint, ob diese Träume überhaupt in Erfüllung gehen können? Dieser Frage stellten sich unsere Teilnehmer*innen immer wieder. Durch die Arbeit mit Visionboards wurden Gedanken, Wünsche, Ideen, Ängste und Fragen an das Leben sichtbar. All das auszusprechen und sich darüber auszutauschen war ein wichtiger Schritt, weiter Fuß zu fassen und den Mut aufzubringen, den eigenen Weg zu gehen.

Was verbindet uns?

Manchmal ist es so was einfaches wie Essen. Drei fremde syrische Frauen treffen aufeinander und stellen fest: wir lieben es zu backen! Süßes, salziges, etwas mit den Händen zu tun und natürlich das Naschen. Manchmal geht Liebe eben doch durch den Magen.

Wie kann man in Frieden leben?

Moni ist begnadete Bäckerin. Zusammen mit ihrer kleinen Schwester bietet sie in Kempten Backkurse an. An einem warmen Sommertag im Mai 2022 fanden sich Frauen unterschiedlichster Herkunft in Monis Backstube zusammen. Es wurden Rezepte und Tipps ausgetauscht, gebacken, geratscht, genascht und geschlemmt. Nachdem der Bauch voller Köstlichkeiten spannte, schlug Moni vor, dass unsere syrischen Frauen auf Honorarbasis Backkurse für arabisches Gebäck anbieten können. Also arabischer Gaumenschmaus für Zuhaus.

Woher kommen deine Talente?

Sie sind Gottes Segen, ein Geschenk.

—Wafaa

Mich hat beeindruckt, wie schnell die Gruppe zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen ist.

—Dr. Theres Lehn | Projektleitung

Erwartungen

Wie finanziere ich meinem Kind eine gute Ausbildung?

—Safa

Die allermeisten unserer Teilnehmer*innen hatten in Ihrer Heimat einen Beruf sowie ein stabiles soziales Netzwerk, einige waren sogar erfolgreiche Unternehmerinnen & Unternehmer – und sind nun traurig (bis krank) darüber, in Deutschland nicht arbeiten zu können. Die Gründe dafür sind vielfältig. Was es braucht? Sinnvolle Bürokratie, individuelle Betreuung und Menschen, die Chancen ermöglichen.

Ich mache heute zum ersten Mal wieder etwas für mich seit zwei Jahren Pandemie.

—Teilnehmerin | Niederbayern

Ich habe einen Praktikumsplatz gefunden!

—Schüler | Fürstenfeldbruck

Innerhalb der Workshopreihe wurden inspirierende Personen mit unterschiedlichsten Berufen eingeladen. Die Jugendlichen hatten die Chance, sie mit ihren Fragen zu löchern, um so eine bessere Vorstellung des beruflichen Alltags zu bekommen und herauszufinden, welche Berufung in ihnen steckt. Außerdem wurden Kontakte geknüpft und Praktikumsplätze vergeben.

Ich bin mutiger geworden Deutsch zu sprechen und mit Menschen in Kontakt zu treten.

—Fadia

Was hast du durch die Workshops gewonnen?

… Viel Neues: neue Menschen, neue Sprache, neue Kultur und neue Spiele
… Deine Sonnenstrahlen
… Besseres Deutsch
… Ich bin mir noch sicherer, dass ich es schaffen werde
… Weniger Angst Deutsch zu sprechen
… Save space, um sich zu öffnen
… Ich habe viel über mich gelernt & meine Wünsche erkannt
… Ich war hier sehr glücklich

Feedback

Es ist ohnehin schwierig Gefühlen im Gespräch Ausdruck zu verleihen, wenn das auch noch auf einer Fremdsprache passieren soll, muss man manchmal um Worte ringen. Bilder können helfen, das sichtbar zu machen, was in einem vorgeht.

Wie werden wir ein Team?

Oft wurde ich nach meinem Kopftuch gefragt, hier herrscht viel Unwissen. Nein, ich trage es nicht den ganzen Tag – nur in der Öffentlichkeit. Zuhause trage ich kein Kopftuch. Und ja – ich habe Haare! Es ist etwas sehr Persönliches zwischen mir und Gott. Und es ist etwas Verbindendes. Ich freue mich immer, wenn ich eine andere Frau mit Kopftuch treffe.

—Teilnehmerin | Niederbayern

Die Workshop-Reihe habe ich sehr kräftigend gefunden, die Atmosphäre war immer gemütlich und liebevoll. Das Philosophieren ist nicht nur Vergleich von Ideen, sondern ist genau dieser Vergleich, der jedem die Erschaffung einer eigenen soliden Idee ermöglicht. Das Philosophieren verstärkt die tiefen Gedanken und hilft mit der Akzeptierung. Ich bedanke mich bei euch für die Geduld, die moralische Stützung und die tolle Erfahrung. Danke, dass ihr uns ein paar Wochen unseres Lebens begleitet habt.“

– Teilnehmer | München